Landwirte in Hessen verzweifeln am Agrarantrag 2024
Wenige Tage vor Fristende haben viele Landwirte in Hessen noch keinen Agrarantrag stellen können. Die vom Land gestellte Software fällt immer wieder aus und es fehlen Passwörter. Der Frust ist groß.
Eigentlich haben Landwirte nur noch wenige Tage Zeit, um ihren Agrarantrag abzugeben. Die Frist läuft am 15. Mai ab. Doch in Hessen lässt sich seit Tagen das Antragsprogramm für den Agrarantrag im Agrarportal Hessen nicht mehr aufrufen.
Agrarportal ist wegen einer Störung tagelang gesperrt
„Leider besteht die Störung weiter“, schreibt die zuständige WIBank, die Förderbank des Landes Hessen, am 7. Mai auf der Webseite für den Agrarantrag. Der Gemeinsame Antrag ist dort aktuell deaktiviert. Schon seit dem 3. Mai ist das Agrarportal Hessen wegen einer Störung gesperrt.
Die Landwirte treiben die Softwareprobleme der WIBank in den Wahnsinn. Landesweit sind dort erst 7.000 Agraranträge abgegeben. Es fehlen noch mehr als doppelt so viele Agraranträge, rund 12.000, berichtet ein Mitarbeiter eines Kreisbauernverbandes in Hessen, der Landwirte bei der Antragstellung unterstützt, gegenüber top agrar.
In Hessen sind die Landratsämter für die Annahme und Bearbeitung der Agraranträge zuständig. Unterstützung und Hilfe bei der Antragstellung bekommen die Landwirte dort aber nicht. Das ist anders als in Bundesländern, wo Landwirtschaftskammern Anträge annehmen und Hilfestellung bei der Antragstellung geben. Diesen Service übernehmen in Hessen vielfach die Bauernverbände.
Lässt sich die Frist in Hessen so einhalten?
Grund für die Störungen ist eine anfällige Software, die die WIBank für das Agrarportal Hessen nutzt. Sie arbeitet dafür mit der Firma Ibykus zusammen. „Während der Antragsphase in Hessen, bekommt es die WI-Bank nicht hin, den Landwirten ein gutes und funktionierendes Programm bereit zu stellen“, ärgert sich der Berater, der täglich rund vier bis fünf Anträge mit Landwirten bearbeitet.
Er fürchtet, dass in Hessen die Antragsfrist in diesem Jahr nicht eingehalten werden kann. „Je mehr wir zum 15. Mai vorrücken, desto größer werden die Bauchschmerzen, da ja am Ende immer mehr Antragsteller auf dem Server sind“, sagt er. Von der WIBank und dem Land Hessen fühlt er sich im Stich gelassen.
Denn auch wenn das Programm läuft, gibt es Probleme. „Während die Landwirte hier sitzen, fliegt man aus dem Programm, dann werden mitten am Tag Updates gemacht oder das Programm wird einfach mal komplett für fünf Stunden ausgestellt“, erzählt der Bauernverbandsmitarbeiter.
Schon zu Beginn der Antragstellung 2024 hätten die Probleme angefangen. Bei vielen Landwirten hätten die Passwörter, die im vergangenen Jahr noch funktioniert hätten, nicht mehr gepasst und hätten neu erstellt werden müssen. Aus der Erfahrung aus dem letzten Jahr, als auch Softwareprobleme gab, würden viele hessische Landwirte in diesem Jahr mit dem Stellen des Agrarantrags länger warten. Das treibe den Antragsstau zusätzlich an.
Umständlich ist auch die Bedienung des Agrarantrags in Hessen. Ein Beispiel sei die Eintragung der Kennarten fürs Grünland aus der Öko-Regelung 5. Es komme immer wieder vor, dass die angeklickten Kennarten entweder nicht dem richtigen Schlag zugeordnet werden oder gleich allen Schlägen oder überhaupt nicht übernommen werden im Programm, erzählt der Bauernverbandsmitarbeiter aus seinem Alltag mit der Bearbeitung.
Prämienbescheide von 2023 stehen noch aus
Und während der Agrarantrag 2024 nicht läuft, warten die hessischen Landwirte auch noch auf ihre Prämienbescheide von 2023. „Das kann doch nicht sein“, sagt der Bauernverbandsvertreter. Die Betriebe müssten doch nachvollziehen können, welche Prämien sie erhalten haben und welche nicht? Hinzu komme, dass in Hessen auch noch nicht alle Zahlungen aus den Agrarumweltprogrammen von 2023 ausgereicht worden sind.
Ihre Meinung ist gefragt!
Wie kommen Sie 2024 mit dem Agrarantrag klar? Schreiben Sie mir Ihre Erfahrungen, gute wie schlechte, unter stefanie.awater-esper@topagrar.com.
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Eigentlich haben Landwirte nur noch wenige Tage Zeit, um ihren Agrarantrag abzugeben. Die Frist läuft am 15. Mai ab. Doch in Hessen lässt sich seit Tagen das Antragsprogramm für den Agrarantrag im Agrarportal Hessen nicht mehr aufrufen.
Agrarportal ist wegen einer Störung tagelang gesperrt
„Leider besteht die Störung weiter“, schreibt die zuständige WIBank, die Förderbank des Landes Hessen, am 7. Mai auf der Webseite für den Agrarantrag. Der Gemeinsame Antrag ist dort aktuell deaktiviert. Schon seit dem 3. Mai ist das Agrarportal Hessen wegen einer Störung gesperrt.
Die Landwirte treiben die Softwareprobleme der WIBank in den Wahnsinn. Landesweit sind dort erst 7.000 Agraranträge abgegeben. Es fehlen noch mehr als doppelt so viele Agraranträge, rund 12.000, berichtet ein Mitarbeiter eines Kreisbauernverbandes in Hessen, der Landwirte bei der Antragstellung unterstützt, gegenüber top agrar.
In Hessen sind die Landratsämter für die Annahme und Bearbeitung der Agraranträge zuständig. Unterstützung und Hilfe bei der Antragstellung bekommen die Landwirte dort aber nicht. Das ist anders als in Bundesländern, wo Landwirtschaftskammern Anträge annehmen und Hilfestellung bei der Antragstellung geben. Diesen Service übernehmen in Hessen vielfach die Bauernverbände.
Lässt sich die Frist in Hessen so einhalten?
Grund für die Störungen ist eine anfällige Software, die die WIBank für das Agrarportal Hessen nutzt. Sie arbeitet dafür mit der Firma Ibykus zusammen. „Während der Antragsphase in Hessen, bekommt es die WI-Bank nicht hin, den Landwirten ein gutes und funktionierendes Programm bereit zu stellen“, ärgert sich der Berater, der täglich rund vier bis fünf Anträge mit Landwirten bearbeitet.
Er fürchtet, dass in Hessen die Antragsfrist in diesem Jahr nicht eingehalten werden kann. „Je mehr wir zum 15. Mai vorrücken, desto größer werden die Bauchschmerzen, da ja am Ende immer mehr Antragsteller auf dem Server sind“, sagt er. Von der WIBank und dem Land Hessen fühlt er sich im Stich gelassen.
Denn auch wenn das Programm läuft, gibt es Probleme. „Während die Landwirte hier sitzen, fliegt man aus dem Programm, dann werden mitten am Tag Updates gemacht oder das Programm wird einfach mal komplett für fünf Stunden ausgestellt“, erzählt der Bauernverbandsmitarbeiter.
Schon zu Beginn der Antragstellung 2024 hätten die Probleme angefangen. Bei vielen Landwirten hätten die Passwörter, die im vergangenen Jahr noch funktioniert hätten, nicht mehr gepasst und hätten neu erstellt werden müssen. Aus der Erfahrung aus dem letzten Jahr, als auch Softwareprobleme gab, würden viele hessische Landwirte in diesem Jahr mit dem Stellen des Agrarantrags länger warten. Das treibe den Antragsstau zusätzlich an.
Umständlich ist auch die Bedienung des Agrarantrags in Hessen. Ein Beispiel sei die Eintragung der Kennarten fürs Grünland aus der Öko-Regelung 5. Es komme immer wieder vor, dass die angeklickten Kennarten entweder nicht dem richtigen Schlag zugeordnet werden oder gleich allen Schlägen oder überhaupt nicht übernommen werden im Programm, erzählt der Bauernverbandsmitarbeiter aus seinem Alltag mit der Bearbeitung.
Prämienbescheide von 2023 stehen noch aus
Und während der Agrarantrag 2024 nicht läuft, warten die hessischen Landwirte auch noch auf ihre Prämienbescheide von 2023. „Das kann doch nicht sein“, sagt der Bauernverbandsvertreter. Die Betriebe müssten doch nachvollziehen können, welche Prämien sie erhalten haben und welche nicht? Hinzu komme, dass in Hessen auch noch nicht alle Zahlungen aus den Agrarumweltprogrammen von 2023 ausgereicht worden sind.
Ihre Meinung ist gefragt!
Wie kommen Sie 2024 mit dem Agrarantrag klar? Schreiben Sie mir Ihre Erfahrungen, gute wie schlechte, unter stefanie.awater-esper@topagrar.com.
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